Pfeilkunde
Einen Pfeil / Arrow befiedern
Einen Pfeil zu befiedern ist keine Kunst und kann von jedem Bogenschützen durchgeführt werden. Um einen Pfeil zu befiedern, benötigt man einen handelsüblichen Kleber und natürlich die Federn und einen Pfeil (einen Pfeilschaft).Als Allererstes muss der Pfeil gereinigt werden. Hierfür eignet sich sehr gut Alkohol, der in einer Apotheke beschafft werden kann. Eine Reinigung des kompletten Pfeils mit Alkohol befreit den Pfeil von Schmutz und Fett und erlaubt dem Kleber, seine volle Klebekraft zu entfalten.
Einen Pfeil befiedern:
1.Reinigung des Pfeilschafts 2. Einsetzen des Pfeils auf ein Befiederungsgerät 3. Aufkleben der Leitfeder 4. Befiederungsgerät eine Einstellung weiter drehen 5. Zweite Feder kleben 6. Befiederungsgerät eine Einstellung weiter drehen 7. Dritte Feder kleben 8. Pfeil aus dem Befiederungsgerät nehmen und zum Trocknen sicher in einer Röhre aufbewahren.
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Obwohl der Kleber fest ist, können die Federn an den Federn der anderen Pfeile haften. Daher sollte der Pfeil über Nacht getrennt stehen, damit der Kleber komplett durchtrocknen kann. Die Federn können gerade aufgesetzt werden (übliche Befestigungsmethode), aber auch in einem kleinen Neigungswinkel. In diesem Fall wird das Ende der Feder mit einer Abweichung zur Spitze um 4° versetzt aufgeklebt. Dieses versetzte Aufkleben der Federn erhöht die Umdrehungsgeschwindigkeit des Pfeils und stabilisiert den Pfeil schneller. Dies bedeutet nicht automatisch, dass der Pfeil auch besser fliegt, da dem Pfeil auch etwas Geschwindigkeit verloren geht. Dies muss zu dem verwendeten Material und dem Schießstil des Bogenschützen passen und individuell ausprobiert werden.
Mit einem Befiederungsgerät kann die Feder allerdings nicht um 4° versetzt aufgebracht werden. Dies muss mit einer geübten Hand geschehen. Mit dem abgebildeten Befiederungsgerät ist ein Pfeil mit Naturfedern befiedert worden. In der oben abgebildeten Klammer wird die Feder eingeklemmt und dann mit Klebstoff bestrichen. Die Klammer und das Befiederungsgerät sind magnetisch und passen nur ineiner Position. Wenn nun die Klammer mit der Feder auf das Befiederungsgerät gedrückt wird, wird damit auch die Feder auf den Schaft gepresst. Die Klammer wird geöffnet und abgezogen, die Feder verbleibt auf dem Schaft.
Pfeilkunde: Pfeilphysik
Es gibt einige Grundsätzliche Dinge die jeder Bogenschütze über Pfeile wissen sollte. Diese Punkte werden hier unter dem Begriff Pfeilphysik angesprochen. Sobald es um den Kauf eines Pfeils geht, muss man sich als erstes die Frage stellen, wofür ist der Pfeil (Halle, Outdoor, Recurve, Compound, WA im Freien (FITA), Feldbogen, 3D) und wie stark ist der Bogen des Bogenschützen, sprich: welche Kraft wird auf den Pfeil ausgeübt. In einem Pfeilekatalog wird der Anfänger sozusagen zuerst „erschlagen“ von der Fülle an Pfeilarten und Typen. Aber welche Eigenschaften haben die Pfeile, warum ist ein Pfeil teurer als der andere und worin unterscheiden sich die verschiedenen Pfeile? Die Biegung des Pfeils (Spinewert) muss zum Bogen passen! Der Pfeil muss eine exakt zum Bogen passende Biegsamkeit haben (Spinewert). Denn nach dem^Abschuss wird der Pfeil gestaucht und erfährt eine Verformung. Von hinten wirkt die Kraft des Bogens auf das Ende des Pfeils, dem steht jedoch die Massenträgheit der Pfeilspitze entgegen.Der hintere Teil des Pfeils wird schneller beschleunigt als der vordere - als Folge biegt sich der Pfeil.Die dadurch entstehende Biegung nennt man auch den dynamischen Spine. Dieser Spinebewirkt während des Fluges eine schlängelnde Bewegung des Pfeils. Der Pfeil wird zuerst in eine Richtung gebogen und gleicht diese dann wieder durch Biegung in die andere Richtung aus. Diese tänzelnde Bewegung (Pfeilparalaxe) muss exakt auf den Bogen abgestimmt werden, bzw. auf die übertragende Kraft, die der Bogen abgibt. Wenn der Spinewert des Pfeils nicht stimmt, führt dies zu einem unruhigen Pfeilflug und ungenauen Schussergebnissen. Außerdem kann der Pfeil auch am Bogen anschlagen und erheblich von der gewünschten Flugrichtung abweichen. Der richtige Spinewert ist für alle Recurvebögen sehr wichtig! Bei Compoundbögen geschieht die Kraftübertragung viel effizienter, so dass die Bewegung des Pfeils nicht so ausgeprägt ist wie bei den Recurvebögen.Der Spinewert eines Pfeils wird von verschiedenen Dingen beeinflusst. Hier ist natürlich zu allererst das Material zu nennen. Aber auch die dicke des Schafts, das verwendete Spitzengewicht und auch die Befiederung nehmen Einfluss auf die Biegsamkeit des Pfeils. Der Pfeil muss in seiner Ganzheit betrachtet werden. Im Rahmen des Grobtunings kann man den Spinewert mit leichteren oder schwereren Spitzen am effektivsten verändern. Aber auch die Länge des Pfeils nimmt größeren Einfluss auf die Beweglichkeit des Pfeils In der Halle trifft der Bogenschütze aufandere Bedingungen als in der Freiluftsaison. So gibt esin der Halle zum einen keine Witterungseinflüsse. Alle Pfeilentscheidungen, die witterungsabhängig getroffen worden sind, spielen also in der Halle keine Rolle mehr. Gleiches gilt für alle Entscheidungen für Langstrecken, die Entfernung in der Halle ist konstant 18 m (in seltenen Fällen auch 25m). Durch die Tatsache, dass die Entfernung immer 18 m ist, spielt auch der Spinewert nicht mehr die große Rolle. Auf eine feste Entfernung bekommt man auch einen Pfeil, der nicht zum Bogen passt, über eine Korrektur der Visiereinstellung ins Gold.Die Bedingungen in der Halle unterscheiden sich so sehr von den Freiluftbedingungen, dass der Schütze zu Beginn der Hallensaison die Entscheidung treffen muss, ob er sein Material für die Hallenbedingungen optimiert. Wenn er die Entscheidung trifft, kommen zum einen Kosten auf den Bogenschützen zu und zum anderen muss der Bogen umgebaut werden. Ein anderer Pfeil erfordert eine andere Buttoneinstellung und eine korrigierte Positionierung der Pfeilauflage und damit ein neues Finetuning des Bogenschützen. Unter Abwägung dieser Punkte entscheiden sich die meisten Bogenschützen für einen Umbaumit der Hoffnung, mehr Ringe zu erreichen.
"Pfeilkunde: Pfeillänge bestimmen"
Der Pfeil soll möglichst kurz sein, damit der Pfeil weniger wiegt und eine höhere Geschwindigkeit erreicht. Aber zum einen darf der Pfeil auf keinen Fall zu kurz sein, und die zweite Frage ist, wie ich überhaupt die Länge des Pfeils bestimme. Wichtiger als die Pfeillänge ist der Spinewert. Mit dem Spine ist die Beweglichkeit des Materials gemeint und diese muss zum Bogenschützen mit der Schießtechnik und der aufgewendeten Kraft passen. Wichtiger als ein kurzer Pfeil ist ein Pfeil mit dem richtigen Spinewert. Der Pfeil darf ruhig länger sein, jedoch darf ein Pfeil niemals so kurz werden, dass er über die Pfeilauflage gezogen werden kann. Insbesondere bei Einsteigern undbei jugendlichen sollte daher der Pfeil eher länger sein. Um die Pfeillänge zu bestimmen, benötigt man als erstes einen Bogenschützen, der einen immer gleichen Auszug hat. Hier entsteht schon das Problem! Der ausgebildete Turnierschütze kennt seinen Auszug und die Pfeillänge und hat das Problem daher nicht. Also haben nur Einsteigerund Fortgeschrittene ein Problem mit der Bestimmung der Pfeillänge, aber genau dieser Personenkreis ist in der Schießtechnik noch nicht so weit entwickelt, dass die Auszugslänge, und damit auch die Pfeillänge, exakt bestimmbar ist. Um die Auszuglänge richtig zu bestimmen, bedient man sich am besten des Messpfeils. Man sollte sich auch anseinen Trainer oder zumindest einen erfahrenen Turnierschützen wenden, dasonst die Messerergebnisse verfälscht werden. Der Bogenschütze sollte zumindest den Auszug bis auf einen halben Zoll immer gleich ausziehen können, sonst ist die Messung sinnlos und manfährt mit einer Peilung besser.Die eigentliche Messung des Auszugs sollte im besten Zustand des Bogenschützen erfolgen.Dies ist häufig erst nach 5 - 10 Passen der Fall.Die Pfeillänge ist nicht gleich der Auszuglänge, sondern die Länge des Schafts plus die Nocke plus die Spitze. Die korrekte Pfeillänge wird über Tuningmethoden wie z. B. dem Blankschafttestermittelt und individuell auf den Bogenschützen abgestimmt und fordert vom Bogenschützen eine stabile Schießtechnik, Disziplin und viel Zeit. Die Auszuglänge ist der Wert vom Nockpunktboden (Sehne) bis zum tiefsten Punkt im Griff des Bogens (Pivot-Point) zuzüglich 1 ¼ Zoll (Definition nach Easton). Der Pivot-Point ist gleichzeitig derDruckpunkt des Bogenschützen in den Bogen und die Position der Pfeilauflage (Buttonposition), In dem Bild unten links wurde diese Stelle an der Position 1 markiert. Im Prinzip sollte an dieser Stelle auch die Pfeilauflage angebracht werden (siehe rote Linie). Der Pfeil muss aber wesentlich länger sein, schließlich soll auch noch ein Klicker ausgelöst werden und der Pfeil darf NIE zu kurz werden. Also gibt man dem Pfeil bei Einsteigern nach der korrekten Messung^noch weitere 1 - 2 Zoll (abhängig vom Leistungsstand des Bogenschützen) hinzu und damit ist die Pfeillänge bestimmt. Bogenschützen mit einer stabilen Schießtechnik bestimmen die korrekte Pfeillänge über das Finetuning.
"Pfeilkunde: Der Spine-Wert"
Der Spinewert (Sprich: S-pein, engl. Wirbelsäule) bestimmt die Flexibilität des Pfeils und der fortgeschrittene Bogenschützen sollte mit diesem Begriff etwas anfangen können. Die richtige Bestimmung des Pfeils ist etwas für den Trainer oder für das gute Bogenfachgeschäft. Der Spinewert gibt die Durchbiegefähigkeit des Pfeils an. Der Spinewert ist sehr wichtig für das Schussbild. Der Pfeil fliegt beim Abschuss keineswegs gerade nach vorne, durch die Sehnenparalaxe wird der Pfeil gestaucht und biegt sich stark durch und trifft auf den Button des Bogens. Jeder, der einmal gesehen hat, wie sich der Pfeil beim Abschuss verbiegt, wird verstehen können, warum es so wichtig ist, dass der Pfeil zum Bogen und zum Bogenschützen passt.Der Spinewert wird wie folgt gemessen: Bei der Firma Easton wird zur Messung ein 29 inches langer Blankschaft auf einen 28 Zoll langen Zwischenraum aufgelegt. Dann wird ein Gewicht von 1,94 lbs auf den Schaft gelegt und die Durchbiegung des Pfeils gemessen. Dieser Wert ist der Spinewert des Pfeils.Ist der Durchbiegewert hoch, dann spricht man von einem weichen Pfeil. Ist er niedrig, von einem harten Pfeil. Ein starker Bogen (z. B. größer 40 lbs) benötigt einen härteren Spinewert (also niedriger). Ein leichter Bogen (z. B. 20 lbs) benötigt einen weichen Spinewert (also einen hohen Durchbiegewert). Auf den Spinewert nehmen auch die Zubehörteile Einfluss. Hier ist vor allem die Spitze zu nennen. Aber auch die Länge des Pfeils und sogar noch die Befiederung nehmen Einfluss auf den Spinewert. Aus diesem Grunde ist die Bestimmung des richtigen Pfeils (und Spinewerts) auch Sache des Trainers oder eines guten Bogensportfachgeschäftes. Auf der Easton – Homepage gibt es diverse Hilfstools, um grob den richtigen Spinewert für den Bogenschützen zu bestimmen. Dies sind allerdings nur Hilfsmittel. Gerade der Einsteiger und der Fortgeschrittene nehmen durch ihre noch unvollkommene Schießtechnik starken Einfluss auf den Pfeilflug. Wenn der Bogenschütze den Bogen nur einen Millimeter weiter auszieht, wird eine größere Kraft auf den Pfeil übertragen. Damit verbiegt sich der Pfeil natürlich anders. Hinzu kommt, dass jeder Bogenschütze einen etwas anderen Griff in die Sehne hat, auch dieses Verhalten wirkt sich deutlich auf den Durchbiegewert des Pfeils (Spinewert) aus. Die Ermittlung des richtigen Spinewerts geht grob so von statten. Vom Bogenschützen wird mit einer Bogenwaage das Zuggewicht ermittelt. Dies geht nicht, indem man auf die Stärke der Wurfarme schaut, da die tatsächliche Kraft die auf den Pfeil übertragen wird, von der Auszugslänge abhängt. Dann beginnt das Prozedere des Finetunings, da durch die vielen individuellen Einflüsse nun der tatsächlich richtige Pfeil für den Bogenschützen ausgeschossen werden muss. Der Pfeil kann durch die Pfeillänge und vor allem durch das eingesetzte Spitzengewicht noch einmal im Spinewert beeinflusst werden.
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